Gesucht:

der kompletteste Athlet, der im Triathlon, aber auch in allen „Lebens- und Wissensgebieten“ bewandert ist!

 
  Saisonabschluss 2010:  
 

Durchhalten bis zum Letzten kann man sich antrainieren - nicht aber, während des Wettkampfs zusätzliche Schwierigkeiten zu absolvieren:

 
     

Triathleten sind ja bekanntlich recht harte Zeitgenossen und weitermachen in allen 3 Disziplinen, auch wenn oft auch nichts mehr geht, ist für sie selbstverständlich. Und sich einem Wettkampf zu stellen, obwohl man im Laufe der Jahre ein paar Kilo zuviel angesammelt oder ein gewisses Alter überschritten hat, erfordert bereits eine gewisse Härte zu sich und seinem Körper. Der Blick zum Thermometer, das an diesem Morgen knapp über dem Gefrierpunkt zeigte, tat den Rest zur Wettkampfhärte:

Der älteste der Teilnehmer war 66,  der Jüngste 16 Jahre alt. So musste ein Modus gefunden werden, der allen Altersklassen möglichst gerecht wird. Vor dem eigentlich Start ging es deshalb schon los mit einem Check auf der Personenwaage. Jedes Kilo zuviel wurde in einer komplizierten Formel mit der parallel gemessenen Körpergröße und dem Alter des Teilnehmers verrechnet und so eine Plus-Zeit für den Athleten ermittelt. Daraus sollte sich die Zeit errechnen, die der Athlet einfach früher starten durfte.

Praktisch, je älter und desto schwerer, umso eher ging der Athlet an den Start und die jüngeren und leichteren Vereinsmitglieder hatten dann das Problem, den Zeitvorsprung aufzuholen. Ein Startvorsprung von 16:30 Minunten errechnete sich für den Alterpräsidenten Helmut Ammon (66), der immerhin noch dazu mit über 90 kg  „Muskelmasse“ zu diesem ultimativen  Wettkampf antrat. Das war übrigens der Spitzenwert...

Die "üblichen" drei harten Disziplinen schwimmen, laufen und Rad fahren waren bei diesem besonderen Triathlon gespickt mit zusätzlichen Aufgaben. So ging es nach dem Start bereits zur Wasserrutsche im Hocko und über die Bahn hinunter. Unmittelbar danach waren auf dem Rückweg im Springerbereich graziöse Sprünge vom 5-er und 3-er Turm und vom Meterbrett zu absovieren. Wer aus "Respektgründen" lieber einen Turm ausließ, musste umso öfter das Meterbrett bemühen.

 
 
Umittelbar danach ging es aber dann wirklich los und auf die Schwimmdistanz. Wer sich aber danach gleich sein Rennrad schnappen wollte, wurde vom Helferteam zunächst mit einem leichten Sudoku-Rätsel belastet. Richtig gelöst oder bei falschen Ergebnissen in der Penaltibox zusätzliche Strafsekunden abgesessen, schwangen sich die Triathleten endlich in den Sattel und es ging bei inzwischen strahlendem Himmel auf die malerische Radstrecke über Speckmannshof in Richtung Ammerthal.

 

 
kaum die Schwimmdistanz geschafft, schon kommt der Athlet wieder ins Grübeln (...)

Auf der Radstrecke war bei Götzendorf schließlich der Wendepunkt. Dort war vorab ein Deutsch-Test zu bewältigen. Schweren Athleten war es, in Anbetracht ihres Körpergewichtes verboten gewesen, Wettkampfverpflegung zu verköstigen. Sie mussten für die leichteren Teilnehmer jeweils ein Ei abschälen, das diese unter der strengen Kontrolle der Wettkampfrichter dann verspeisen mussten.

 
Jetzt führte die Route wieder zurück ins Hockermühlbad. Jeder fuhr eher dosiert, denn keiner wusste, was ihn noch an zusätzlichen Hürden und Aufgaben im Laufe des Wettkampfs erwartete. Und tatsächlich war da noch ein kleiner Mathe-Test zu lösen, in dem z. B. der Wasserinhalt des Schwimmerbeckens in Liter und Tonnen, in dem den ganzen Sommer über das Training stattfand, errechnet werden sollte.

Nach dem Radwechsel ging es jetzt auf die Laufstrecke in Richtung Segelflugplatz. Inzwischen erwies sich die Berechnung des Zeitvorsprungs als richtig und die Teilnehmer, die aus Gewichts- und Altersgründen früher starten durften, wurden jetzt immer mehr eingeholt.

Beim Wendepunkt der Laufstrecke wartete schließlich eine weitere Aufgabe, nämlich die richtige Lösung von typisch regionalen Begriffen und deren Übersetzung. Nicht auf Anhieb richtig gelöste Fragen wurden mit Strafsekunden belegt, denn wer in der Oberpfalz schon einen Triathlon mitmacht, muss sich auskennen mit der Sprache und wissen was z.B. ein 'Batzi' oder ein 'Zwiwe' ist..

Und damit keiner der Teilnehmer auf dem Weg zurück in den Zielbereich dehydriert, wurde er verpflichtet, hier Flüssiges zu sich zu nehmen. Bei der Auswahl der Getränke hatte aber jeder die freie Auswahl: Ein Stamperl Schnaps, Pils, ein Glas Rotwein oder Wasser. Wenn aber schon Wasser, dann aber 0,7 Liter mit viel Kohlensäure! Die meisten verlangten trotzdem zusätzlich Wasser zum Nachtrinken, ein Teilnehmer monierte, dass es nicht seine Rotweinsorte war - sonst hätte er durchaus mehr davon genossen.

im Ziel

Aber es half nichts - das Ziel wartete und bei herrlichem Herbstwetter ging es durch die Fiederbachaue zurück zum Freibad, wo jeder abschließend noch erfolgreich den Schlauch seines Vorderrads wechseln musste - eine durchaus wichtige Übung für den Wettkampf, bevor er endgültig ins Ziel laufen durfte

Fazit: Triathlon macht für die SGS-Triathleten sowieso immer Spaß und auf diese Art umso mehr. Nach den sportlichen Distanzen war natürlich jeder erschöpft und verschwitzt an den Wechsel- und Wendepunkten angekommen, hat sich aber bei den diversen Aufgaben immer wieder erholen können.
 
Wer ein paar Kilo zuviel auf den Rippen hat oder altersmäßig etwas "reifer" ist, konnte das bei dieser Art von Wettkampf durchaus kompensieren. Denn alle Teilnehmer erreichten mit nur wenigen Sekunden Abstand das Zielbanner, was die errechneten persönlichen Startabstände bei diesem ganz besonderen Triathlon bestätigt.

 
 
Fotos: Wadl-Markus Schmidt